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Das Buch zum Sonntag: Kombüsengold


Hach, ich bin ganz froh, dass ich nach dem ganzen (nicht nur) Umzugsstress so langsam wieder in den (Blog-)Alltagstrott zurückfinde, hier und da gibt es immer noch das ein oder andere zu tun, aber immerhin schaffe ich es heute schon wieder euch das Buch zum Sonntag vorzustellen-ich möchte aber trotzdem in Zukunft meine Postfrequenz insgesamt auch wieder erhöhen und das Buch zum Sonntag soll wieder regelmäßig hier erscheinen.
Aber nun erstmal zum heutigen Buch:

Erster Eindruck:

Kombüsengold* ist im Ankerherz Verlag, einem mir bisher unbekannten Verlag erschienen und es enthält die Geschichten über und von verschiedenen (Fracht-)Schiffsköchen, die jeweils ein Rezept beisteuern. Getestet wurden die Rezepte dann allesamt von Sternekoch Michael Röhm (Heidkrug, Lübeck) und mit seinen Anmerkungen versehen. das Buch wirkt insgesamt sehr hochwertig und hat unter dem Schutzumschlag einen sehr hübschen cremefarbenen Leineneinband mit goldener Prägung und verfügt ausserdem über ein passendes cremefarbenes Lesebändchen. Auch das Papier fasst sich sehr hochwertig an und die schwarze und goldene Schrift und der matte Druck passen hervorragend ins Gesamtbild. Das Buch kommt in einem kompakten, handlichen Format daher und zu Beginn jedes Rezeptkapitels wird dieses durch eine einleitende Geschichte eröffnet.




So ist das Buch aufgebaut:


  • Vorwort: In "Rezepte von weit draussen" erklären die Autoren die Gedanken hinter der Entstehung von Kombüsengold. Hierbei wird vor allem der Stellenwert des Essens an Bord deutlich, denn für die Arbeiter ist dies nach ihren harten und langen Schichten an Bord besonders wichtig.
  • Probekochen: Hier werden Michael Röhm und sein Heidkrug vorgestellt
  • Kapitel 1-Surf: Hier dreht sich alles um Fischgerichte
  • Kapitel 2-Turf: Hier werden Fleischgerichte vorgestellt.
  • Kapitel 3-Joker: Hier geht es um besonders schnelle Notfallgericht
Jedes Kapitel ist so aufgebaut, dass zunächst immer der jeweilige Koch des Rezepts mit Bild vorgestellt wird, dann folgt das Original-Rezept mit den Anmerkungen von Michael Röhm.




Diese Rezepte habe ich für euch ausprobiert:


  • Lachs en Papilotte mit Basilikumbutter: ein absolut einfaches wie schmackhaftes Gericht, durch das Garen in der Folie bleibt der Lachs besonders saftig.
  • Spaghetti Bolognese: einfach eine gute Bolognese, der Unterscheid zu meinem Klassiker sind die Champignons-passt.
  • Spinatcremesuppe: sehr schlicht aber lecker, toll auch der Tipp von Michael Röhm, die Suppe mit Gorgonzola als Sauce zu Nudeln zu servieren.

Das hat mir besonders gut gefallen:


  • Der Gesamteindruck: Das Buch kommt unglaublich hochwertig daher, es sieht gut aus, fühlt sich gut an und riecht gut, es ist einfach eine Freude, dass Buch in der Hand zu haben (ja..ja...ich bin ein Bücherfreak).
  • Die Idee: Auch oder gerade weil das Buch kein klassisches Kochbuch ist, finde ich die Idee dahinter so klasse, es verleiht dem Buch so etwas persönliches/authentisches, das die Köche vorgestellt werden und ihre Rezepte preisgeben.

Das hat mir nicht so gut gefallen:


  • Die Rezepte (dieser Punkt ist positiv und negativ gleichzeitig) Einerseits finde ich es irgendwie schade, dass 98% der Rezepte Fleisch- oder Fischhaltig sind, aaaber das macht das Buch eben irgendwie noch authentischer. Man hat eben nicht versucht, auf die vegetarische oder vegane  Welle aufzuspringen sondern es werden eben die echten Rezepte der Schiffsköche abgedruckt. Punkt.

Mein Fazit:

Ich sage es mal so: Nur wegen der Rezepte würde ich Kombüsengold vermutlich nicht kaufen, aber da es vermutlich nicht den Anspruch hat, ein reines Kochbuch zu sein, tritt das irgendwie in den Hintergrund. Die unterschiedlichen Geschichten der Schiffsköche und die spannenden Geschichten machen Kombüsengold zu einem ganz wundervollen Juwel auf dem deutschen Büchermarkt. Ich bin verliebt.



Kombüsengold* von Kai Schächtele & Thomas Duffe
ISBN: 978-3-940138-45-3
226 Seiten
www.ankerherz.de

Das Buch zum Sonntag: "Mexikanisches Streetfood"


Heute ist wieder Sonntag und somit Buchtag-und was würde an einem so sonnigen Sonntag besser passen als mexikanisches Streetfood?-Nix! Und deshalb gibt es selbiges heute auch, zumindest in Buchform. "Death by Burrito - Mexikanisches Street Food"* von Shay Ola ist im Fackelträger-Verlag erschienen und mein mittlerweile drittes mexikanisches Kochbuch, aber das erste, welches mir wirklich gefällt und aus welchem ich regelmäßig etwas nachkoche, nicht nur weil es so wunderbar farbenfroh ist.

So ist das Buch gegliedert:

  • Wie alles begann: im Vorwort erzählt der Autor, wie es zum Buch kam und was ihn auf dem Weg dahin geprägt hat, von der Küche seiner Mutter, über den Supperclub zum eigenen Restaurant.
  • Basics: in diesem Kapitel stellt Shay Ola unter anderem allein acht verschiedene Chilisorten vor, die im Buch verwendet werden, sowie alle anderen Basics, wie Kräuter oder Käse, die in den folgenden Rezepten eine Rolle spielen.
  • Salsas&Moles: hier findet man die Rezepte für sämtliche Saucen, die in der mexikanischen Küche verwendet werden, von der Ananas-Salsa, über die klassische Mole, bis hin zur Chipotle-Sauce.
  • Kleine Leckerbissen: weiter geht es mit kleinen Snacks und Vorspeisen, von diversen Frikadellen, über Ceviche ist alles dabei, was das Herz begehrt.
  • Burritos & Tacos: unvermeidlich für die mexikanische "Straßenküche", Burritos, Enchiladas und Tacos in unendlicher Vielfalt!
  • Beilagen: in diesem Kapitel findet ihr alles, was man "dazu" isst, neben den ziemlich bekannten schwarzen Bohne, den "Frijoles negros" gibt es hier Nachos und Chips in verschiedenen Varianten.
  • Süsses: klar, auch die Desserts kommen nicht zu kurz, in diesem Teil des Buches gibt es Eis, Crepes und Milchreis-aber auf mexikanische Art!
  • Cocktails: Zum Schluss noch was flüssiges-zwar alle alkoholisch, aber ob süß oder eher herb, es ist an jeden Geschmack gedacht.

Das habe ich für euch nachgekocht:


  • Quesadillas: ein einfacher Snack aus Tortillafladen, Käse und Koriander, perfekt für Spontanbesuch oder einen Fernsehabend-noch besser mit selbstgemachten Tortillas.
  • Baja-Fisch-Tacos: ich war als alter Fischtaco-Fan total gespannt auf dieses Rezept und wurde nicht enttäuscht, besonders genial: der in Bierteig ausgebackene Fisch.
  • Frijoles Negros: habe ich nur gemacht, weil der Mann sie so gern isst, ich lasse die Bohnen beim Mexikaner immer liegen. Er war begeistert, ich fand sie ok ;-)
  • Churros: ein frittiertes Gebäck, welches man auch von der Kirmes kennt, eine kleine Kalorienbombe, aber in Schokolade getaucht auch megalecker



Das hat mir besonders gut gefallen:


  • Die Farbenpracht: wenn ich an Mexiko denke, denke ich an Frida Kahlo, an Adobe-Häuser und schwimmende Märkte und das alles ist bunt, genau so bunt wie das Buch und das mag ich wirklich sehr. Ich finde es nämlich bei Länder-Kochbüchern immer besonders toll, wenn das Buch einen an die Hand nimmt und in das entsprechende Land entführt-und das passiert hier defintiv!
  • Die Authentizität: Allein durch die zahlreichen Chilisorten und anderen typischen Zutaten, die in den Rezepten verwendet werden wirkt das Buch sehr authentisch. Ausserdem hat mir der Mann, der schon mehrfach in Mexiko war bescheinigt "das schmeckt wie in Mexiko"-mehr Authentizität geht ja wohl nicht ;-)
  • Die Bilder: Die Bilder sind genau nach meinem Geschmack-farbenfroh und trotzdem schlicht. Sie zeigen das Essen und nichts als das Essen. Mittlerweile hab ich das ja schon oft betont, aber mir gefallen einfach jene Bilder am besten, die kein ChiChi rund um das Wesentliche, das Gericht zeigen.
  • Die Rezeptauswahl: Ich finde es supe, dass neben den (natürlich) unvermeidlichen Burritos und Tacos eben auch Süßspeisen, Cocktails und vor allem die große Auswahl an Saucen aufgenommen wurde, was das Buch auch wesentlich von meinen anderen mexikanischen Kochbüchern unterscheidet.

Das hat mir nicht ganz so gut gefallen:


  • Die fehlenden Lesebändchen: Ich habe es ja bereits in meiner Letzten Rezension erwähnt, aber es scheint tatsächlich so, dass Lesebändchen aus der Mode kommen oder vielleicht habe ich auch nur Pech und erwische in letzter Zeit immer Bücher ohne. Klar, ich markiere sowieso mit Post-Its, trotzdem mag ich die Dinger und vermisse sie auch hier.
  • Der Glanz: Die Bilder im Buch sind so schön, noch besser würden sie mir nur gefallen, wenn sie matt gedruckt wären. Ich mag diesen matten Druck, weil er die Bücher immer so hochwertig erscheinen lässt, ganz von selbst und das hätte "Death by Burrito" irgendwie verdient.

Mein Fazit:

Wer es scharf mag und sich für die mexikanische Küche interessiert macht mit "Mexikanisches Streetfood-Death by Burrito" defintiv nichts falsch, klar sollte dabei nur sein, dass es es sich hauptsächlich, wie der Titel schon sagt um Streetfood handelt, welches aus der Hand gegessen wird, was aber keine Wertung ist, man sollte sich dessen nur bewusst sein, je nach dem was man sucht kann das ja stören. 
Bei den meisten Gerichten sind übrigens die Zutatenlisten recht lang, was meist an den benötigten Gewürzen liegt, aber auch das stört mich nicht weiter, ich habe die meisten eh da und so ist es mir lieber, denn in manchen Länder-Kochbüchern habe ich weniger Gewürze schon als weniger authentisch erlebt.
Von mir gibt es für "Mexikanisches Streetfood" eine Kaufempfehlung!




Death by Burrito - Mexikanisches Street Food

Shay Ola
160 Seiten
ISBN: 978-3771645748
Fackelträger-Verlag


*Affiliatelink

Das Buch wurde mir freundlicherweise vom Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt, meine Meinung bleibt davon komplett unberührt. Ich schreibe was sich denke. Sowieso.

Das Buch zum Sonntag: "Auf die Hand"

Auf die Hand

Da ich es in letzter Zeit ja entgegen meiner Befürchtung doch relativ regelmäßig schaffe, euch Sonntags ein Buch vorzustellen, gibt es ab jetzt für diese feste Institution einen Namen: unter dem Namen "Das Buch zum Sonntag" gibt es hier nun wirklich immer wieder Sonntags ein Buch, welches mir besonders gefällt und welches ich euch auf keinen Fall vorenthalten möchte.
So ein Buch ist auch Auf die Hand* von Stevan Paul dem beliebten Kochbuchautor, Rezeptentwickler, Blogger und so viel mehr, erschienen im Brandstätter Verlag, in dem auch schon das ganz fantastische "Deutschland Vegetarisch" erschienen ist, aus dem es hier zuletzt  das vegetarische Labskaus gab!

Auf die Hand ist mit 272 Seiten ein ziemlich dickes und umfangreiches Werk und enthält dementsprechend auch eine Menge Rezepte und Stories. So enthält jedes Kapitel neben Rezepten auch noch spannende Geschichten rund um die im Buch vorgestellten Snacks, so geht Stevan Paul unter anderem der Frage nach, ob ein Hamburger tatsächlich aus Hamburg kommt und wer jetzt eigentlich diese Currywurst erfunden hat. Darüberhinaus werden in jedem Kapitel interessante Street Food-Köche aus unserer Hauptstadt porträtiert.

Schon auf den ersten Blick ist Auf die Hand* ein total ansprechendes, unaufgeregtes und appetitliches Buch, der Einband, wie auch der Innenteil sind matt gehalten, alles wirkt sehr pur, geradlinig und bodenständig, eben irgendwie so, wie ich es mir von Stevan Pauls Büchern erhoffe.


So ist das Buch aufgebaut:

Nach einem Vorwort von Autor Stevan Paul gliedert sich das Buch in die folgenden Kapitel:
  • Klassiker: Hier findet man wirklich alle Klassiker von Fish&Chips über Corn Dogs hin zum Gyros
  • Burger: Ausser den üblichen Verdächtigen findet man hier unter anderem einen rustikalen Röstiburger oder einen asiatisch angehauchten Shisoburger
  • Toasts & Sandwiches: Hier gibt es neben dem klassischen Club-Sandwich ein Meatball-Marinara und süßen French Toast
  • Hot Dogs: Ihr denkt bei Hot Dogs immer an Wurst in weichem Brötchen-jo stimmt, aber es gibt nich viel mehr Varianten, wie Stevan Paul hier zeigt: zum Beispiel eine edle Lobster Roll oder eine Breakfast-Roll.
  • Abendbrot & Imbiss: Hier gibt es vor allem rustikales wie Handkäs oder Mettbrötchen
  • Drüber, Drunter, Drauf, Dazu: In diesem letzten Kapitel gibt es tolle Ideen für Toppings, Saucen oder Beilagen, die man zu Butterbrot und Burger essen kann.

Auf die Hand

Das habe ich für euch ausprobiert:

  • Halloumi-Burger: würzige Alternative zum "fleischigen" Original und ist vor allem auch noch nach Feierabend kein Riesenaufwand (mein Tipp hier: wenn ihr Burger Buns backt, macht immer ein paar auf Vorrat und friert sie ein, dann ist so ein Burger wirklich im Nullkommanix fertig)
  • Riesenpilz-Burger: in Ermangelung von Portobellos habe ich braune Champignons in Scheiben geschnitten und in der Kräuterbutter gebadet und ehrlich gesagt: Noch besser geht doch gar nicht!
  • Handkäs mit Musik: Diese hessische Spezialität habe ich sehr lange gemieden, diese Variante hier ist aber tatsächlich sehr ok.
  • Zapiekanki: Polnische Baguettes mit Sauergemüse-auch das ein schnell gemachtes und trotzdem köstliches Abendbrot
  • Blitz-Pickles: die schnelle Alternative zu normalen Pickels und ein muss zum polnischen Zapiekanki.
Auf die Hand

Das hat mit besonders gut gefallen:

  • Die Bilder: die Bilder sind sowas von nach meinem Geschmack! Das Essen und nichts als das Essen steht im Vordergrund des Bildes, dabei ist alles schön clean, ohne steril zu wirken, was vom matten Druck noch unterstrichen wird. Auch die Bilder in den Reportagen wirken immer authentisch und unaufgeregt.
  • Die Rezepte: alle Rezepte sind einfach und mit "normalen" Mitteln umsetzbar und auch für Kochanfänger nachvollziehbar aufgebaut
  • Die Rezeptauswahl: hier ist alles drin, es wurde an jedes erdenkliche Streetfood gedacht, ausserdem ist ein Großteil der Rezepte Feierabendtauglich, sprich recht schnell zubereitet.
  • Die Reportagen: Ich finde es wirklich eine gelungene Idee in jedem Kapitel einen Streetfood-Koch vorzustellen, ich hab mir auch gleich Notizen für meinen nächsten Berlin-Besuch gemacht um einigen von ihnen mal einen Besuch abzustatten.

Das hat mir nicht ganz so gut gefallen:

  • Die fehlenden Lesebändchen: ich habe das Gefühl, die kleinen Dinger kommen aus der Mode, in letzter Zeit fällt mir immer häufiger auf, dass die Bücher keine mehr haben. Ich bin trotzdem der Meinung, bei einem so tollen Buch, wie "Auf die Hand" sollten mindestens drei Stück integriert sein.
  • Der Schwerpunkt Berlin: Ein kleines bisschen schade  finde ich es, dass ausschließlich Streetfood-Köche aus Berlin vorgestellt werden. Mir ist durchaus klar, dass in unserer Hauptstadt Trends gesetzt werden aber auch in den anderen, bzw. kleineren Städten der Republik gibt es coole Street Food-Ideen-aber das ist vielleicht Stoff für ein weiteres Buch?
Auf die Hand


Mein Fazit:

Ganz großes Kino-ich bin wirklich total begeistert, weil das Buch  (und das ist wirklich selten) genau so ist, wie ich es mir gewünscht und erhofft habe. Es ist alles drin, was man "auffe Hand" essen kann und alle Rezepte sind total alltagstauglich. Alles in allem ein klasse Buch und ab jetzt mein Standardwerk für Sandwiches und co.!

Und das sagen die Kollegen:



Auf die Hand*
Stevan Paul
272 Seiten
ISBN: 3850338126
Brandstätter Verlag



*Affiliatelink

Das Buch wurde mir freundlicherweise vom Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt, meine Meinung bleibt davon komplett unberührt. Ich schreibe was sich denke. Sowieso.

Geschenktipp auf den letzten Drücker: Buchvorstellung "Kandierte Orangen"

Tadadadaaa-ich präsentiere: Mein neues Design!!! Natürlich ist es noch nicht zu 100% ausgereift und ich muss noch hier und da nachfeilen, aber das wird alles in den nächsten Wochen passieren, bis mir dann alles so passt, wie ich es möchte! Heute gibt es von mir noch einen dritten und letzten Geschenktipp, welcher heute nochmal ein Buch beinhaltet:  Kandierte Orangen*, ein Buch das ihr getrost nicht nur an Kochbuchfans verschenken könnt sondern auch an Menschen, die gern Reisen oder überhaupt an alle die schöne Bücher lieben!


Kandierte Orangen* ist das zweite Buch der polnischstämmigen Australierin Beata Zatorska und mit seinem Format und ganzen 320 Seiten hat man auch richtig was in der Hand, der gesamte Einband und auch die Innenseiten sind matt gestaltet, dies unterstützt den ohnehin schon hochwertigen ersten Eindruck des Buches.
Das erste Buch der Autorin, Rosenmarmelade* , welches ich selbst leider noch nicht kenne, ist wohl das sommerliche Pendant zu "Kandierte Orangen".
Die Autorin nimmt uns Leser nicht nur mit auf eine zauberhafte Reise durch das winterliche Polen sondern gleichzeitig auch auf eine Zeitreise in ihre Kindheit in Polen und ist somit viel mehr als nur ein Kochbuch.
Die Autorin erzählt so liebevoll von ihrer Kindheit in Polen, dass mir ganz warm ums Herz wurde und trotzdem wirken die Erzählungen nie kitschig oder überzogen, die wunderschönen Fotografien und Bilder tragen ihr übriges zu diesem großartigen Gesamteindruck bei.


So ist das Buch aufgebaut

  • Eine Kindheit in Polen: Dieses Kapitel ist gleichzeitig Vorwort als auch Liebeserklärung an die "Mama Dunga" von Beata Zatorska, die zweite Mutter, wie sie ihre Großmutter nannte und hier beginnt auch die Reise nach Polen und die Reise in Beata Zatorskas Kindheit für uns Leser. Wir starten in Jelena Gora, der Ort, in dem die Familie der Autorin lebte und sie teilt in diesem Kapitel auch das Rezept, für jene Orangenschalen, welche dem Buch seinen Titel verliehen haben.
  • Der Winter naht: Weiter geht die Reise, unter anderem nach Warschau und Lublin und zu Essen gibt es wunderbar saftigen polnischen Käsekuchen.
  • Advent: Wir ziehen gemeinsam mit der Autorin weiter nach Krakau, wir erfahren, wie der Nikolaustag und das Chanukkafest in Polen gefeiert werden und Beata Zatorska teilt ihr Rezept für Pierogi mit Sauerkraut und Pilzen mit uns.
  • Weihnachten zu Hause: Jetzt wird es richtig festlich, wir erfahren unter anderem vom gemeinsamen Baumschmücken und dem Wigilia, dem in Polen üblichen Festmahl und die Autorin schwärmt unter anderem von Weihnachtskraut und Mohndessert.
  • Ein neues Jahr: In diesem Kapitel erzählt die Autorin von jenem Jahr, in welchem sie ihr ersten Schlittschuhe geschenkt bekam und es gibt cremiges Orangeneis und ein neues Silvesterkleid.
  • Winterferien: Wir ziehen in diesem Kapitel weiter nach Krummhübel, vorbei an den masurischen Seen nach Lodz, serviert wird unter anderem polnischer Schweinebraten und süßer Honigkuchen.
  • Auf diese kapitel folgen noch eine Rezeptliste und eine Danksagung, sowie eine Karte Polens, auf welcher die Orte der Reise verzeichnet sind

Diese Rezepte habe ich für euch ausprobiert:

Auch wenn das buch einfach nur wunderschön ist und man sich sehr schnell beim Blättern darin verlieren kann, habe ich natürlich für euch etwas daraus nachgekocht, de auch das gehört zu einem Kochbuch nun mal dazu. Die Rezepte sind insgesamt sehr bodenständig und rustikal, aber das ist auch genau das, was ich von einem eisigen Winter in Polen erwarte!


  • Lubliner Graupenkuchen: Ich hasse Graupensuppe und genau deshalb habe ich den Graupenkuchen ausprobiert und ich muss sagen, es ist wirklich eine gutes Rezept, um sich langsam wieder an die ungeliebten Graupen heranzutasten
  • Rote-Bete-Suppe: Rote-Bete ist immer gut, hier mit kleinen Pilzteigtaschen, DIE Suppe nach einem kalten Winterspaziergang
  • Honigkuchen: unglaublich saftiger weicher Honigkuchen, so muss er schmecken!


Das hat mir besonders gut gefallen:

  • Der Gesamteindruck: Das Buch wirkt so unglaublich liebevoll und hochwertig, wie es leider heute kaum noch zu finden ist. Die Fotos und Bilder sind wunderschön und rustikal, jedoch nie kitschig, immer authentisch, dazu tragen vor allem die Erzählungen der Autorin, die matte Gestaltung und die alten Bilder der Großmutter bei: unglaublich schön!
  • Die Rezepte: Man merkt, dass sind erprobte Rezepte, da kann nichts schiefgehen. Die Autorin versucht nicht übermäßig gewollt moderne Rezepte zu präsentieren, sondern die Gerichte, die ihr Kindheit in Polen begleiteten und genau das macht die Rezepte so toll, sie sind unprätentiös und authentisch!
  • Der Aufbau: Das die Autorin die Leser mit auf zwei Reisen nimmt, eine in ihre Kindheit und eine durch Polen mag ich total, zum einen, weil es so schön erzählt ist, dass man sich komplett darin verlieren kann und zum anderen weil es einfach mal was anderes ist als der typische Kochbuchaufbau.


Das hat mir nicht so gut gefallen:

  • Das ist jetzt glaube ich das allererste mal, dass ich das schreibe: gar nichts! Ich veröffentliche zwar keine Verisse wie ihr wisst, weil ich nur Empfehlungen aussprechen möchte, aber irgendwas Kleines ist ja immer und wenn es nur das fehlende Lesebändchen oder der Polstereinband ist ...hier nicht!"Kandierte orangen" ist einfach unglaublich schön!
Fazit: Einfach schön-genau deshalb stelle ich euch das Buch so kurz vor knapp noch vor, vielleicht braucht ja der ein oder andere noch ein Geschenk und wenn nicht: schenkt es euch doch einfach selbst, ihr werdet es nicht bereuen. Und wie gesagt, es ist definitiv mehr als ein Kochbuch. Es ist Kochbuch, Biographie, Bildband und Märchenbuch in einem: unbedingte Kaufempfehlung!!!

Kandierte Orangen*
Beata Zatorska und Simon Target
320 Seiten
ISBN 9783836921008
www.gerstenberg-verlag.de

*AffiliatelinkDas Buch wurde mir freundlicherweise vom Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt, meine Meinung bleibt davon komplett unberührt. Ich schreibe was sich denke. Sowieso

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Heute gibt es weder ein Rezept noch eine Rezension, ich möchte euch heute eine frohe Kunde überbringen und ein paar Dinge erzählen, die mir gerade so im Kopf rumschwirren :-)

Im Moment ist hier nämlich einiges im Umbruch, zum einen bin ich wie ihr vielleicht schon gemerkt habt endlich das lästige "blogspot-Anhängsel" losgeworden und ihr findet mich ab sofort unter: www.bellakocht.com und technisch versiert wie ich nun mal bin habe ich das ganz alleine und ohne weitere Komplikationen hinbekommen, klar oder? *suchnachironieschild*, zum anderen wird hier gerade munter umgestaltet und bellakocht wird bald in einem neuen Gewand erstrahlen, soviel sei verraten: die Farbe mint wird weiterhin eine Rolle spielen.

Durch diese ganze Renovierungsarbeit komme ich im Moment leider kaum zum eigentlichen, dem Bloggen und auch die für gestern versprochene Buchvorstellung muss warten. Ich kann euch aber trotzdem versprechen, ich werde kurz vor Weihnachten noch ein paar Buchtipps für euch haben (falls ihr noch nach Last Minute-Geschenken sucht, das letzte Kürbisrezept hau ich auch noch raus und es gibt was mit Zimt.

Achja ein paar neue Geräte sind auch noch bei mir eingezogen, etwa DER Gerät, das großartigübermäßigallertollste Waffeleisen, welches ich im Kleinen Kuriositätenladen gewonnen habe, ein Vitamix und ein riiiiesiges Dörrgerät von Keimling und zu guter Letzt ein Kontaktgrill und für all diese Apparaturen wird es demnächst dann auch mal ein paar Rezepte  geben.

So richtig weihnachtlich wird es hier allerdings nicht mehr in diesem Jahr, was zum einen an den oben genannten Dingen liegt, aber auch daran, dass ich gar nicht so ein Fan von riesig-opulenten Weihnachtsmenüs und Plätzchenmassen bin.

Wenn ihr dennoch mehr winterlich/weihnachtliche Rezepte sucht, hab ich ihr noch aus dem letzten Jahr: Einen winterlich wärmenden Cous Cous-Salat oder feine Tartelettes mit richtig viel Kardamom und zu guter letzt sogar noch ein Plätzchen-Rezept, nämlich Walnuss-Orangenrollen!

Zu guter Letzt möchte ich euch noch ein paar Blogbeiträge der werten Kollegen (genderkorrekt: m/w) empfehlen, die mir im November/Dezember besonders gefallen haben, da findet ihr bestimmt auch das ein  oder andere Rezept fürs Weihnachtsfest:


  • DIE Vanillesauce findet ihr im Kuriositätenladen-macht sie einfach mal nach, dann wisst ihr warum sie DIE Vanillesauce ist, am besten zu Waffeln!
  • Vielleicht als Vorspeise für euer Weihnachtsmenü: die großartige Röstmöhrensuppe von Moeys Kitchen!
  • Wenn ihr ein klitzekleines bisschen geschickter seid als ich, dann probiert doch als Weihnachtsdessert mal die Brandteigschwäne von Insane in the Kitchen-großes Kino!
  • Auch was für Bastler und so hübsch: die Brezelkränze aus der S-Küche- vielleich nich als kleines Geschenk aus der Küche?
  • Ebenfalls ein tolles Geschenk, die selbstgemachte Gewürz-Teemischung von Barbaras Spielwiese.

Nix zu essen, aber trotzdem schön: Der Bericht über das Hamburger Foodbloggertreffen in der kleinen Chaosküche-einen wirklich lustigen und tollen Nikolaustag hatten wir da!

Jetzt wünsch ich euch ganz viel Spaß beim Stöbern und ich bin ganz gespannt, wie euch die neue Fassade gefällt...es dauert ja nicht mehr lang :-)

 

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